Informationen zu den am häufigsten bei IBD verwendeten Medikamenten

Im Folgenden finden Sie Informationen zu den am häufigsten zur Behandlung der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen verwendeten Medikamenten.

Unsere Liste ist weder volllständig, noch kann sie eine vollständige Medikamenteninformation bieten. Wir hoffen jedoch, in verständlicher Sprache hier die wichtigsten Informationen zu den jeweiligen Behandlungsmöglichkeiten hinterlegt zu haben.

Die Behandlung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Bei der Therapie von IBD sind die Behandlung eines akuten Entzündungsschubs und das Vorgehen im beschwerdefreien Intervall zur Vorbeugung einer erneuten Entzündung (Remissionserhaltung) zu unterscheiden.

Zur akuten Linderung der Beschwerden des Patienten stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die die Entzündung kurzfristig hemmen und beseitigen sollen, um den Betroffenen schnellstmöglich von den schlimmsten Qualen zu befreien. Diesen Zweck erfüllt vor allem das eigentlich vom menschlichen Körper selbst produzierte Hormon Kortison, das der Mensch in Stresssituationen automatisch ausschüttet. Medikamente mit diesem Wirkstoff können kurzfristig auch in hoher Dosis genommen werden. Sie drängen die Entzündung im Darm meist verlässlich zurück. Wegen der schweren Nebenwirkungen von Kortison bei einer Einnahme über einen längeren Zeitraum - wie Zuckererkrankung, Osteoporose, Hypertonus oder Katarakt - sind diese Präparate für eine andauernde Behandlung jedoch ungeeignet.

Kortisonfreie Medikamente wie Aminosalizylate wirken nur bei leichteren Entzündungsschüben. Bei einigen Patienten, die unter ständig wiederkehrenden Entzündungsschüben leiden, haben sich andere kortisonfreie Medikamente bewährt. Diese basieren auf einem anderen Wirkmechanismus. Die sogenannten Immunsupressiva reduzieren künstlich die im Falle einer Entzündung gesteigerte Aktivität des körpereigenen Abwehrsystems. Dadurch wird die Entzündung vorübergehend zurückgedrängt.

Zur Anwendung gelangen in der IBD-Therapie auch vermehrt sogenannte Biologika, die zur Bekämpfung der Entzündung Antikörper einsetzen. Heute sind Antikörper auch im Labor herstellbar. Sie greifen sehr gezielt einen bestimmten Entzündungsstoff des Patienten wie z.B. Tumor Nekrose Faktor (TNF) an.

Trotz aller Forschungsanstrengungen ist es noch nicht gelungen, die Ursachen der plötzlich auftretenden und regelmäßig wiederkehrenden Darmentzündungen - die mit der Identifizierung genetischer Auffälligkeiten von IBD-Patienten aber immerhin teilweise eingegrenzt sind - zu beheben. Daher wird die Therapie von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa auch vorerst weiter darauf ausgerichtet sein, die beschwerdefreien Zeiträume zu erweitern – um dem Patienten so ein Stück seiner mit der IBD-Diagnose reduzierten Lebensqualität zurückzugeben.

Verschiedentlich kann auch ein operativer Eingriff notwendig sein. Dieser ist vor allem dann unumgänglich, wenn sich Fisteln, Abszesse oder Stenosen in den Entzündungsregionen gebildet haben, die es zu öffnen oder entfernen gilt. Durch die Entwicklung neuer Techniken sind diese chirurgischen Verfahren heute für den Patienten sehr schonend.

Über die medikamentöse Therapie oder die Operation hinaus wird ein auf IBD-spezialisierter Arzt mit seinem Patienten einen Therapieplan zur dauerhaften Behandlung seiner lebenslangen Erkrankung entwickeln. Ziel ist es, jeweils eine erneute Entzündung so lange wie möglich zu verhindern.

Dies streben auch verschiedene Therapieansätze an, die einzelnen Patienten bereits Linderung verschafft haben aber heute noch keine verallgemeinerbaren Standards in der IBD-Behandlung darstellen. Sie sind unter der Rubrik "Weitere Therapien" aufgeführt.

Behandlung mit 5-ASA (Mesalazin)

Sie leiden an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung. Sie wird mit verschiedenen Medikamenten behandelt. Besonders wichtig sind Entzündungshemmerwie Mesazin oder 5-ASA (der chemische Name ist "5-Aminosalizylsäure"), daneben auch „Kortison“ und bei schweren Fällen Immunhemmer.

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Was sind Entzündungshemmer?

Dies sind Medikamente, die kein „Kortison“ enthalten, aber trotzdem die Entzündung im Darm hemmen. Bei der Colitis ulcerosa und bei bestimmten Patienten mit Morbus Crohn hat sich der Entzündungshemmer 5-ASA in vielen Studien als wirksam erwiesen.

Ihnen wird als Entzündungshemmer 5-ASA empfohlen:
Ihr Präparat heißt: Mesazin ®, Asacol®, Pentasa®oder Salofalk®

Wann tritt die Wirkung ein?
Die meisten Patienten merken eine Besserung innerhalb von 2 Wochen. Wenn die Wirkung nicht ausreicht, dann entscheidet Ihr Arzt über eine Dosissteigerung. Unabhängig von der Akuttherapie werden diese Medikamente auch eingesetzt, um die Häufigkeit akuter Schübe zu senken ("Remissionserhaltung" oder "Schubvermeidungstherapie").

Wie wird die Behandlung mit 5-ASA durchgeführt?
5-ASA gibt es als Tabletten zur Einnahme, oder als Zäpfchen (Suppositorien),als Einläufe (Klysmen) oder Schäume zur "rektalen" Anwendung (d.h. zur Einführung über den After). In der Regel wird gleich die volle Dosis gegeben, in Einzelfällen kann es aber erforderlich sein, dass die Dosis langsam gesteigert wird. Über die endgültige Dosierung entscheidet Ihr Arzt.

Wie lange wird die Behandlung mit 5-ASA durchgeführt?
Es ist oft notwendig, dass die Behandlung mit 5-ASA dauerhaft (d.h. zumindest über einige Jahre)erfolgt. Dies hängt jedoch von Ihrer Erkrankung und ihrer genauen Ausprägung ab. Die Behandlung wirkt nur, wenn Sie Ihre Tabletten regelmäßig (d.h. täglich die volle vom Arzt empfohlene Dosis) einnehmen: Schon wenn Sie weniger als 2/3 der Dosis einnehmen, ist die Wirkung viel, viel schlechter). Die Behandlung muß in der Regel auch dann fortgeführt werden, wenn es Ihnen besser geht, sonst kann sich die Krankheit verschlimmern, oder es tritt wieder ein akuter Schub auf.

Können Nebenwirkungen auftreten?
Bei jeder wirksamen Behandlung können unerwünschte Wirkungen auftreten. Das gilt auch für die Therapie mit 5-ASA. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle der Behandlung durch Ihren Hausarzt notwendig. Nur so kann er eventuell auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Dann bilden sich die Nebenwirkungen in der Regel vollständig zurück. Nicht jede unerwünschte Wirkung zwingt zu einem Abbruch der Therapie. Die meisten im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen sind selten, d.h. weniger als bei jedem hundersten Patienten anzutreffen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Die meisten Nebenwirkungen sind ungefährlich.Manche Patienten klagen über Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen.Wenige Patienten haben Kopfschmerzen oder Schwindelgefühl oder sind außergewöhnlich müde. Diese Beschwerden treten vor allem in den ersten Wochen der Behandlung auf. Vereinzelt kommt es zu Juckreiz, Hautausschlag, schmerzhaften Bläschen im Mund-/ Rachenbereich oder Haarausfall. Wenn Sie Fieber oder Luftnot haben, informieren Sie umgehend Ihren Arzt darüber. Sehr selten treten Blutbildveränderungen, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Entzündungen des Herzmuskels oder Nierenentzündungen auf. Falls bei Ihnen bereits eine Leber-und/oder Nierenerkrankung vorbekannt ist, informieren Sie bitte Ihren Arzt vor der 5-ASA-Behandlung

Welche Nebenwirkungen bemerkt Ihr Arzt?
Der Arzt achtet auf Haut-und Schleimhautveränderungen. Durch Blutuntersuchungen kann er Veränderungen an der Leber, an den Nieren und an der Blutbildung feststellen. Auch eine Urinuntersuchung ist notwendig. Gefährliche Nebenwirkungen sind außerordentlich selten.

Wie oft müssen die Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden?

Wenn Sie ungewohnte Beschwerden während der 5-ASA-therapie bemerken, dann sollten Sie Ihren Hausarzt informieren. Halbjährlich sollten die Nierenwerte kontrolliert werden.

Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten?
Wenn Sie schwanger werden, besteht deshalb keine Notwendigkeit, die Behandlung abzubrechen. Nach heutiger Kenntnis gibt es keine Schäden für das Kind. Besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die sie außerdem noch einnehmen.

Cortison

Bei Ihnen ist eine Steroid-Behandlung („Cortison“) erforderlich. Damit sind Fragen verbunden. "Cortison" gilt häufig als "gefährliches" Medikament. Gerüchte und Halbwahrheiten führen zu Verunsicherung. Daher ist es wichtig, über "Cortison" Bescheid zu wissen.

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Was ist „Cortison“?


„Cortison“ ist ein lebensnotwendiges Hormon, das der Körper selbst in der Nebennierenrinde herstellt. In hohen Dosen wirkt dieses Hormon stark entzündungshemmend. Das wird in der Behandlung Ihrer Darmentzündung genutzt.

„Cortison“, "Kortison", "Glucocorticoide" und "Steroide" sind verschiedene Namen für die gleiche Medikamentengruppe. Die einzelnen
Präparate unterscheiden sich in ihrer Wirkstärke. Ein häufig eingesetzter „Cortison“-Wirkstoff heißt Prednisolon. Er wirkt im ganzen Körper, d.h. er hemmt Entzündung im ganzen Körper, andererseits zeigt er Nebenwirkungen am ganzen Körper. Spezielle „Cortison“-Präparate (Budesonid-haltige Präparate) wirken nur am Darm, weil sie nach ihrer Aufnahme in der Leber sofort abgebaut werden.

Wann tritt eine Wirkung ein ?

Eine Besserung tritt meist rasch innerhalb von Tagen oder Wochen ein. Die für Sie erforderliche Dosis richtet sich nach Ihrer Erkrankung. In der Regel wird mit einer hohen „Cortison“-Dosis begonnen, um Ihre Erkrankung schnell zu bessern. So bekommen Sie zu Beginn zum Beispiel 60 mg oder 1 mg pro Kilogramm Körpergewicht Prednisolon täglich. Wenn eine Wirkung eingetreten ist, wird Ihr Arzt die Dosis reduzieren und, nach Möglichkeit, die Behandlung auch beenden. 


Was müssen Sie bei einer „Cortison“-Behandlung beachten?

Sie nehmen Ihre „Cortison“-Tabletten am besten morgens ein. Der Körper produziert in den frühen Morgenstunden das meiste „Cortison“, so daß eine Einnahme morgens die körpereigene Hormonbildung am wenigsten stört. 

Wie lange wird die Behandlung mit „Cortison“ durchgeführt ?
Die Behandlungsdauer richtet sich nach Ihren Beschwerden und Ihren medizinischen Befunden. Bei Besserung kann die Dosis nach Rücksprache mit Ihrem Arzt reduziert oder die Behandlung ganz beendet werden. Häufig ist aber ein langsames Ausschleichen der „Cortison“-Therapie sinnvoll.

Können Nebenwirkungen auftreten?
Da „Cortison“ nicht nur bei entzündlichen Darmerkrankungen, sondern auch zum Beispiel bei Asthma oder rheumatischen Erkrankungen eingesetzt wird, haben viele Patienten schon etwas über die „Cortison“-Behandlung gehört. Sie haben häufig Angst vor möglichen Nebenwirkungen. „Cortison“-Schäden sind heute aber viel seltener als in der
Anfangszeit der „Cortison“-Behandlung, weil mittlerweile bekannt ist, daß gerade die Dosierung und die Behandlungszeit eine große Bedeutung für das Auftreten von unerwünschten Wirkungen haben. Kurzfristig können auch höhere Dosen ohne Bedenken eingenommen werden. Für eine längerfristige Therapie wird Ihr Arzt stets versuchen, eine möglichst geringe Dosis zu wählen. Die Nebenwirkungen sind inzwischen gut bekannt und können durch entsprechende Untersuchungen rechtzeitig erfaßt werden. Dies erfordert allerdings, daß Sie regelmäßig die Kontrolluntersuchungen bei
Ihrem Arzt durchführen lassen. Sollte eine unerwünschte Wirkung bei Ihnen eintreten, so bildet sich diese nach Absetzen der „Cortison“-Behandlung oft zurück. Beenden Sie aber niemals Ihre „Cortison“-Therapie ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt !

Welche Nebenwirkungen können auftreten? 
Unerwünschte Wirkungen treten vor allem bei langfristiger und hochdosierter „Cortison“-Behandlung auf, bei niedrigeren Dosen sind sie seltener. Es kann ein Bluthochdruck auftreten. Viele Patienten berichten über ein stärkeres Hungergefühl.
Es kann auch zu einem runderen Gesicht oder einer Muskelschwäche kommen. Langzeitbehandlungen können zu einem grauen und zu einem grünen Star an den Augen führen. Einige Patienten bemerken Veränderungen an der Haut, wie z.B. vermehrt Pickel oder kleinere Blutungen. Gelegentlich kommt es zu psychischen Reaktionen auf eine „Cortison“-
Therapie. Einige fühlen sich euphorisch, seltener sind Depressionen. Sollten Sie schon einmal an einer Depression erkrankt sein, sagen Sie dies ihrem Arzt. Eine Entkalkung der Knochen, eine sogenannte Osteoporose, kann sich besonders bei einer längeren und höher dosierten „Cortison“-Therapie entwickeln. Deswegen erhalten viele zusätzlich Calcium und Vitamin D, um einer Osteoporose vorzubeugen. Gelegentlich kommt es auch zu Blutzuckersteigerungen, die eine entsprechende Behandlung erfordern. Magenschleimhautentzündung und Magengeschwüre treten meist nur dann
auf, wenn gleichzeitig andere Medikamente, wie z. B. „Cortison“-freie Rheumamedikamente (NSAR) oder
Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin, ASS) eingenommen werden. Wenn Sie Fieber haben oder wenn andere Hinweise auf eine Infektion vorliegen, suchen Sie Ihren Arzt umgehend auf. Ungewöhnlich starker Durst und häufiges Wasserlassen können auf eine Zuckerkrankheit hinweisen. Treten Depressionen ob neu oder verstärkt auf, wenden Sie sich bitte an
ihrem Arzt. Sollten bei Ihnen solche Beschwerden auftreten, informieren Sie ebenfalls Ihren Arzt darüber.


Worauf sollten Sie selbst während einer „Cortison“-Therapie achten?
Eine „Cortison“-Behandlung darf niemals ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt abgebrochen werden, denn durch die Therapie ist die körpereigene „Cortison“-Produktion möglicherweise unterdrückt. Es kann sonst zu gefährlichen Mangelerscheinungen kommen, da Ihr Körper nicht in der Lage ist, sofort wieder eine ausreichende „Cortison“-Menge
herzustellen. Außerdem kann sich Ihre Erkrankung verschlechtern. Durch eine calciumreiche Ernährung können Sie dazu beitragen, daß sich eine Osteoporose möglichst nicht entwickelt oder, falls bei Ihnen schon eine Osteoporose
bestehen sollte, nicht verschlechtert. Jeden Tag sollten Sie etwa 1 - 1,5 g Calcium zu sich nehmen. Viel Calcium ist zum Beispiel in Milch ( 1 l Milch = 1,2 g Calcium) und Milchprodukten, wie Käse oder Joghurt, enthalten. Außerdem sollten Sie besonders während einer „Cortison“-Therapie auf eine ausgeglichene eiweiß- und vitaminreiche Ernährung achten.
Wichtig ist eine salzarme Kost, um Wassereinlagerungen zu vermeiden. Sie sollten sich einmal wöchentlich wiegen und Ihr Gewicht aufschreiben. Bei einer Gewichtszunahme überprüfen Sie Ihre Ernährung: Wieviel Kalorien habe ich täglich
zu mir genommen? Sprechen Sie außerdem mit Ihrem Arzt, ob möglicherweise Wassereinlagerungen vorliegen können.

Behandlung mit Azathioprin/6-MP

Sie leiden an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung, wie z.B. Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Diese Erkrankungen können mit verschiedenen Medikamenten behandelt werden: Erster Schritt ist in vielen Fällen eine Therapie mit "Kortison". Wenn aber Kortison nicht mehr hilft, oder die Erkrankung nur durch Kortison-Dauergaben in den Griff zu bekommen ist (was niemals eine gute Lösung ist) muss häufig (wegen der zu befürchtenden Nebenwirkungen einer Kortisondauergabe) auf langwirksame Hemmer der Immunabwehr zurückgegriffen werden.

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Was sind solche Immunhemmer?

Diese Medikamente sollen Ihre Erkrankung langfristig verbessern und das Fortschreiten der Entzündung und der Zerstörung des Darmgewebes aufhalten. Eine solche Substanz ist Azathioprin oder dessen Stoffwechselprodukt 6-Mercaptopurin (6-MP).

 

Wann wirken diese Immunhemmer?
Die Behandlung mit Azathioprin oder 6-MP wirkt nicht sofort, sondern erst nach mehreren Wochen. Es wird die Neubildung bestimmer Entzündungszellen (Lymphozyten) gehemmt. Da diese Lymphozyten aber normalerweise mehrere Wochen leben, dauert es einige Zeit, bis die Hemmung der Neubildung sich auswirken kann. Dafür hält die Wirkung von Azathioprin oder 6-MP auch länger an. Azathioprin als Wirkstoff ist in einer Reihe von Präparaten enthalten. Sie heissen z.B. Azaimun®, Azarek®, Azathioprin® oder Imurek® 6-Mercaptopurin (6-MP) ist in dem Präparat Puri- Nethol® enthalten. 6-MP wirkt nicht nur genauso wie Azathioprin, es ist ein Stoff, der beim Stoffwechsel von Azathioprin im Körper ohnehin immer entsteht und der eine Zwischenstufe bis zur eigentlich wirksamen Substanz 6-TGN darstellt. 6-TGN, das eigentlich wirksame Endprodukt des Stoffwechsels von Azathioprin gibt es auch als Medikament. Es heisst in der Schweiz Lanvis®. Nun könnte man sicher gleich 6-MP oder 6-TGN zur Behandlung von CED/IBD einsetzen und dem Stoffwechsel die notwendigen Abbauvorgänge ersparen. Puri-Netho® und Lanvis® sind aber nicht zur Behandlung von CED/IBD zugelassen und dürfen an sich nur eingesetzt werden, wenn Azathioprin nicht vertragen wird.



Wie wird die Behandlung mit Azathioprin/6-MP durchgeführt ?
Azathioprin/6-MP gibt als Tabletten. Über die Dosis entscheidet Ihr Arzt. Sie hängt davon ab, wie gut sie diese Substanz abbauen können. Um dies herauszufinden, kann vor der Therapie eine Laboruntersuchung (die so genannte TPMT-Bestimmung) durchgeführt werden.

Welche Dosis ist die richtige?
Die Höhe der Dosierung kann unterschiedlich sein. Normalerweise (bei den 89% der Bevölkerung mit "normaler TPMT-Funktion" sind es 2 – 2,5 mg Azathioprin pro kg Körpergewicht. Vom 6-MP sind es nur 1 – 1,5 mg/kg Körpergewicht und Tag.

Manchmal (bei erniedrigten TPMT-Werten) kann es wichtig sein, weniger einzunehmen.
Für Sie wurde folgende Dosis durch Ihren Arzt festgelegt:

Azathioprin-Dosis: ........... mg entsprechend ........... Tablette(n) à 50 mg Azathioprin

6- MP Dosis: .................... mg entsprechend ............ Tablette(n) à 50 mg 6- MP täglich

Wann tritt die Wirkung ein?
Wichtig ist, dass die Einnahme von Azathioprin oder 6-MP nicht zu früh wieder beendet wird, weil man unzufrieden mit der Wirkung ist. Beide Medikamente benötigen lange (mindestens 12 Wochen) bis die maximale Wirkung vorliegt. Die meisten Patienten merken allerdings eine Besserung nach 4 - 8 Wochen. Bei manchen kann es aber auch bis zu 6 Monaten dauern, bis eine deutliche Wirkung zu spüren ist. Wenn die Wirkung nicht ausreicht, dann entscheidet Ihr Arzt über eine Dosissteigerung oder einen Medikamentenwechsel.

Was müssen Sie während der Behandlung mit Azathioprin/6-MP besonders beachten?
Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie ausser Azathioprin/6-MP einnehmen. Besonders vorsichtig müssen Sie sein bei Medikamenten gegen erhöhte Harnsäure oder Gicht. Dazu gehören z. B. Allopur®, Allopurinol®, Allopurinol-Teva®, Cellidrin®, Mephanol®, Uriconorm® und Zyloric®. Diese Medikamente enthalten Allopurinol. Sie sollten nicht mit Azathioprin/6-MP kombiniert werden. Es können schwere Nebenwirkungen auftreten. Falls Sie Allopurinolpräparate einnehmen, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt über das weitere Vorgehen.

Im Falle des Auftretens einer Schwangerschaft ist ein Gespräch mit Ihrem Arzt erforderlich, in dem Vor- und Nachteile einer Fortsetzung oder eines Absetzens in dieser Situation besprochen werden. Es sind inzwischen über 500 Schwangerschaften unter einer Therapie mit Azathioprin/6-MP beobachtet worden. Eine erhöhte Rate von Missbildungen wurden NICHT festgestellt.

Wie lange wird die Behandlung mit Azathioprin/6-MP durchgeführt?
Es ist notwendig, dass die Behandlung mit Azathioprin/6-MP langfristig erfolgt. Sie wirkt nur, wenn Sie Ihr Azathioprin/6-MP regelmäßig einnehmen. Die Behandlung muss auch dann fortgeführt werden, wenn es Ihnen besser geht. Sonst kann sich die Krankheit verschlimmern. Über ein Absetzen von Azathioprin/6-MP entscheiden Sie zusammen mit Ihrem Arzt.

Was passiert, wenn die Behandlung mit Azathioprin/6-MP nicht wirkt?
Erst nach ca. sechs Monaten kann man sicher beurteilen, ob die Wirkung von Azathioprin/6-MP ausbleibt. Wenn die Behandlung mit Azathioprin/6-MP nicht ausreichend wirkt, muss ggf. die Therapie geändert werden. Hierüber entscheidet Ihr Arzt. Nach Absetzen von Azathioprin/6-MP kann es zu einem Krankheitsschub kommen. Er lässt sich durch entsprechende Therapiemaßnahmen abfangen.

Können Nebenwirkungen auftreten?
Leider gibt es bislang keine Behandlung ohne Nebenwirkungen. Das gilt auch für die Therapie mit Azathioprin/6-MP. Daher ist eine besonders engmaschige Kontrolle der Behandlung notwendig. Nur so können eventuell auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig erkannt werden und die erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden. Dann bilden sich die Nebenwirkungen in der Regel vollständig zurück. Nicht jede Nebenwirkung zwingt zum Abbruch der Therapie.

Auf welche Nebenwirkungen müssen Sie selbst achten?
Es kann zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kommen. Manche Patienten nehmen an Gewicht ab. Wenn Sie eine dieser Erscheinungen beobachten, sollten Sie Ihren Arzt informieren.

Sofort müssen Sie sich in ärztliche Behandlung begeben, wenn eines der folgenden Warnzeichen auftreten sollte:

 

  •     Vermehrte Bauchschmerzen("gürtelförmig" im Oberbauch)
  •     Ungewohntes Zahnfleischbluten
  •     Fieber
  •     punktförmige Blutungen in die Haut
  •     Husten
  •     blaue Flecke ohne äußere Ursache
  •     Gelbsucht
  •     Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhl


Regelmässige Blutuntersuchungen?
Durch Blutuntersuchungen kann man frühzeitig Veränderungen an der Leber oder an den Nieren feststellen. Das Blutbild zeigt einen Mangel an roten oder weißen Blutkörperchen oder Blutplättchen. Auch eine Urinuntersuchung ist notwendig. Beim Auftreten von Nebenwirkungen können auch weitere Untersuchungen erforderlich sein.

Diese Blutuntersuchungen sollten nach Beginn der Behandlung: nach 1, 2, 3, 4, 6, 8 und 12 Wochen, danach alle 4 Wochen durchgeführt werden. Wenn Sie Veränderungen im Zusammenhang mit der Einnahme von Azathioprin/6-MP bemerken, dann sollten Sie Ihren Arzt unverzüglich informieren. Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten ? Während der Behandlung mit Azathioprin/6-MP sollten möglichst keine Impfungen mit "Lebendimpfstoffen" erfolgen. Dazu gehört NICHT die Grippeimpfung. Fragen Sie bei Zweifel ihren Arzt oder rufen Sie uns bitte an. 

Behandlung mit Methotrexat

Sie leiden an einer chronischen Darmentzündung (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa). Diese Erkrankung kann mit verschiedenen Gruppen von Medikamenten behandelt werden: Mit "Cortison"-freien Entzündungshemmern, "Cortison" und langwirksamen Hemmern der Immunabwehr.

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Was sind langwirksame Hemmer der Immunabwehr?

Diese Medikamente sollen Ihre Erkrankung langfristig verbessern. Sie sollen das Fortschreiten Ihrer Erkrankung aufhalten. Diese Behandlung wirkt nicht sofort, sondern erst nach mehreren Wochen. Dafür hält ihre Wirkung auch länger an. Es wurde Ihnen eine Behandlung mit METHOTREXAT empfohlen. Die Wirksamkeit von Methotrexat ist für die Behandlung des Morbus Crohn nachgewiesen. Offiziell zugelassen ist es für chronisches Gelenkrheuma, nicht speziell für den Morbus Crohn. Daher müssen Sie ausdrücklich einverstanden sein, dass diese Therapie bei Ihnen begonnen wird.

Wie wird die Behandlung mit Methotrexat durchgeführt ?
Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Spritzen. Methotrexat wird nur einmal pro Woche als Spritze in die Haut gegeben. Das ist anders als bei anderen Medikamenten. Die Anfangsdosis beträgt normalerweise 25mg einmal pro Woche. Wenn die Erkrankung zur Ruhe gekommen ist, genügen 15 mg einmal pro Woche als Spritze in die Haut. Die Spritze bekommen Sie einmal pro Woche durch Ihren Hausarzt in die Vene oder in den Muskel.

Was müssen Sie während der Methotrexatbehandlung besonders beachten ?
Sie sollten während der Methotrexatbehandlung möglichst keinen Alkohol trinken. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen. Eine Schwangerschaft muß während der Methotrexatbehandlung und in den drei Monaten nach Absetzen des Methotrexat sicher verhütet werden. Männer dürfen während der Behandlung und in den ersten drei Monaten nach dem Absetzen des Methotrexatbehandlung kein Kind zeugen.

Woran merken Sie, daß die Methotrexatbehandlung wirkt ?
Nach einigen Wochen gehen Ihre Beschwerden zurück und das "Cortison" kann reduziert werden. Die Belastbarkeit steigt. Oft bessern sich auch die Entzündungszeichen im Blut, wie z.B. die Blutsenkung.

Wie lange wird die Methotrexatbehandlung durchgeführt ?
Es ist notwendig, dass die Methotrexatbehandlung langfristig erfolgt. Sie wirkt nur, wenn Sie Ihr Methotrexat regelmäßig bekommen. Die Behandlung muß auch dann fortgeführt werden, wenn es Ihnen besser geht. Sonst kann sich die Krankheit verschlimmern. Über ein Absetzen der Methotrexatbehandlung entscheidet Ihr Arzt.

Was passiert, wenn die Methotrexatbehandlung nicht wirkt?
Erst nach mehreren Wochen (bis Monaten) kann man die Methotrexatbehandlung sicher beurteilen. Wenn das Methotrexat nicht ausreichend wirkt, muß Ihr Arzt die Therapie ändern. Können Nebenwirkungen auftreten ? Leider gibt es bislang keine Behandlung ohne Nebenwirkungen. Das gilt auch für die Methotrexattherapie. Daher ist eine besonders engmaschige Kontrolle der Behandlung notwendig. Nur so kann er evt. auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Dann bilden sich die Nebenwirkungen in der Regel vollständig zurück. Nicht jede Nebenwirkung zwingt zum Abbruch der Therapie.


Welche Untersuchungen sind vor Beginn der Methotrexatbehandlung notwendig ?
Durch Blutuntersuchungen sollten Störungen von Leber, Nieren und Knochenmark ausgeschlossen sein. Eine Röntgenaufnahme der Lunge und eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Bauches sind notwendig. Bei Verdacht auf Magen-oder Zwölffingerdarmgeschwüre muß eine Magenspiegelung erfolgen.

Auf welche Nebenwirkungen müssen Sie selbst achten ?
Relativ häufig kommt es zu Entzündungen der Mundschleimhaut. Es können auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten. Manche Patienten nehmen an Gewicht ab. Es kann auch zu Fieber, Luftnot oder einem trockenen Reizhusten kommen. Wenn Sie eine dieser Erscheinungen beobachten, sollten Sie Ihren Arzt spätestens vor der nächsten Tabletteneinnahme oder Spritze informieren.

Sofort müssen Sie zum Arzt gehen, wenn eines der folgenden Warnzeichen auftreten sollte:

  •     ständiger Reizhusten, hohes Fieber (>38°C)
  •     ungewohntes Zahnfleischbluten
  •     schwarzer Stuhlgang
  •     punktförmige Blutungen in die Haut
  •     Bluterbrechen
  •     blaue Flecke ohne äußere Ursache
  •     Gelbsucht


Welche Nebenwirkungen bemerkt Ihr Arzt ?
Der Arzt achtet auf Haut-oder Schleimhautveränderungen. Durch Blutuntersuchungen kann er Veränderungen an der Leber oder an den Nieren feststellen. Das Blutbild zeigt ihm einen Mangel an roten oder weißen Blutkörperchen oder Blutplättchen. Auch eine Urinuntersuchung kann notwendig sein, um die Nierenfunktion zu prüfen. Beim Auftreten von Nebenwirkungen können auch weitere Untersuchungen erforderlich sein.

Wie oft müssen Sie Ihren Hausarzt aufsuchen ?
Nach Beginn der Behandlung in folgendem Rythmus: 1, 2, 4, 8 und 12 Wochen, danach alle 12 Wochen. Wenn Sie Veränderungen im Zusammenhang mit der Methotrexattherapie bemerken, dann müssen Sie unverzüglich Ihren Hausarzt aufsuchen.

Was passiert, wenn Sie eine Spritze verpasst haben ?
Sollten Sie wirklich einmal eine Spritze versäumt haben, sollten Sie diese so schnell wie möglich nachholen. Die Behandlung setzt sich dann nach dem vom genannten Schema fort. Allerdings darf die Spritze nicht häufiger vergessen werden, da sonst der Behandlungserfolg gefährdet ist.

Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten ?

Fragen Sie während der Methotrexatbehandlung wegen möglicher Impfungen Ihren Spezialisten. Vermeiden Sie eine intensive Sonneneinstrahlung. Nach Absetzen von Methotrexat kann ein Krankheitsschub auftreten. Er lässt sich durch entsprechende Behandlungsmaßnahmen abfangen. 

Behandlung mit Biologika (TNF-Hemmern)

Was sind Antikörper gegen Entzündungsstoffe ?

Dies sind neue Medikamente, die aus Hemmern (monoklonalen Antikörpern) gegen Entzündungsbotenstoffe bestehen. Zu dieser Medikamentengruppe gehört das Infliximab (Remicade®), Adalimumab (Humira®) und Certolizumab pegol (Cimzia®). Infliximab war der erste anti-TNF Antikörper und ist seit 1999 für die Behandlung des Morbus Crohns oder fistulierende Verläufe zugelassen. Daher besteht für diese Medikamentengruppe erst seit 10 Jahren Erfahrung.

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Wie wird die Behandlung mit TNF Hemmern durchgeführt?

Infliximab wird als Infusion gegeben. Die Behandlung wird normalerweise alle 8 Wochen wiederholt. Am Anfang wird in einer „Induktionsphase“ eine zusätzliche Infusion nach 2 Wochen und nach 6 Wochen gegeben. Anhand Ihres Körpergewichtes errechnet Ihr Arzt die Menge, die als Infusion gegeben wird. Sie müssen während und zwei Stunden nach der Infusion unter ärztlicher Aufsicht überwacht werden. Infliximab ist neben dem Morbus Crohn auch für die Behandlung der Colitis ulcerosa zugelassen.
Adalimumab und Certolizumab pegol werden als Spritzen in die Haut (subkutan) verabreicht. Bei Adalimumab ist dies alle zwei Wochen notwendig, bei Certolizumab pegol alle vier Wochen. Beide Medikamente sind bisher nur für den Morbus Crohn zugelassen.

Wann tritt die Wirkung bei Biologika ein ?
Die meisten Patienten erfahren innerhalb weniger Tage eine spürbare Besserung, manchmal tritt eine Wirkung erst nach wenigen Wochen auf.

Wie lange wird die Behandlung mit Biologika fortgesetzt ?
Eine Infliximab- oder Adalimumab-Behandlung wird normalerweise mindestens über ein Jahr durchgeführt. Für Certolizumab besteht eine Limitation für eine sechsmonatige Therapie in der Schweiz. Dann müssen Sie und Ihr Arzt entscheiden, ob eine Therapiefortführung Sinn macht.

Können Nebenwirkungen auftreten ?
Leider gibt es bis heute keine Behandlung ohne Nebenwirkungen. Daher ist eine engmaschige Kontrolle insbesondere während der Infusion durch Ihren behandelnden Facharzt notwendig. Es können jedoch auch später noch Nebenwirkungen auftreten. Bitte berichten Sie Ihrem Arzt direkt davon. Nur so kann er auftretende Nebenwirkungen früh erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Die Nebenwirkungen bilden sich in aller Regel vollständig zurück. Nicht jede Nebenwirkung zwingt zum Abbruch der Therapie.

Welche Untersuchungen sind vor Beginn der Biologika -Therapie notwendig ?
Verschiedene Blut-und Urinuntersuchungen sollen vor allem Infekte, spezielle Autoimmunkrankheiten, Leberviruserkrankungen, Immundefekte, Störungen von Blutbildung, Krankheiten der Gallenblase oder Harnwegen ausschließen. Ebenfalls werden Sie vor Therapiebeginn körperlich untersucht, der Blutdruck wird gemessen, die Lunge geröngt (z.B. Zeichen einer Tuberkulose?), ein Tuberkulosebluttest (TIGRA) durchgeführt und ein EKG wird geschrieben. Bei einer Tuberkulose in der Vorgeschichte müssen ggf. weitere Untersuchungen durchgeführt werden oder eine medikamentöse Vorsorge erfolgen.

Welche Nebenwirkungen können Sie selbst bemerken ?
Während der Infusion oder Injektionen kann es zu unspezifischen Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost, Juckreiz, Nesselsucht, Brustschmerz und Luftnot. Später können Virusinfekte, Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall, Hautausschlag, Blasenentzündungen, Ermüdung und Brustschmerzen auftreten. Bei einer Wiederholungsbehandlung können Muskel-und Gelenkschmerzen sowie Fieber und Hautausschläge beobachtet werden. Sofort müssen Sie in ärztliche Behandlung, wenn eines der folgenden Warnzeichen auftreten sollte:

 

  •     Fieber, Lymphknotenschwellungen
  •     Schwere Bauchschmerzen
  •     Vermehrt Blutergüsse
  •     Wiederholt sehr hoher Blutdruck (>180/100)
  •     Husten oder Luftnot
  •     Depression, Verwirrtheit, Unruhe
  •     Neu aufgetretene und starke Gelenkbeschwerden
  •     Neu aufgetretener Bauchschmerz
  •     Nachtschweiß, Gewichtsabnahme


Welche Nebenwirkungen kann der Arzt feststellen ?
Der Arzt achtet auch auf hohen Blutdruck, Hautveränderungen und Blutungszeichen. Die Blut-und Urinuntersuchungen geben vor allem Aufschluss über Infekte. Bei Auftreten anderer Nebenwirkungen, wie z.B. Lymphknotenschwellungen oder Husten, können auch weitere Untersuchungen notwendig sein. Einige dieser genannten Nebenwirkungen können vorübergehend sein, andere müssen ggf. behandelt werden. Sofern die Untersuchungen durch Ihren Hausarzt das Auftreten der Autoimmunkrankheit mit Ähnlichkeit zum Lupus zeigen, dürfen TNF Hemmer bei Ihnen nicht erneut eingesetzt werden.

Wann müssen Sie Ihren Haus-oder Facharzt aufsuchen ?
Alle 8 Wochen bei Fortführung der Therapie.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt, wenn Sie oben genannte Symptome oder andere Veränderungen während oder nach der Therapie bemerken. Falls Sie daher oben genannte oder sonstige Beschwerden bemerken, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

Was sollten Sie während dieser Behandlung noch beachten?
Informieren Sie bitte Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen oder von anderen Ärzten verordnet bekommen. Ein Kinderwunsch, bzw. eine Schwangerschaft muß dem Arzt sofort mitgeteilt werden, er wird dann über die Weiterbehandlung entscheiden. Es sind bisher keine schädliche Wirkungen auf Embryos beschrieben worden. Geplante Impfungen sollten Sie ebenfalls mit Ihrem Arzt besprechen.

Behandlung mit Ciclosporin oder Tacrolimus

Sie leiden an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung.Diese Erkrankung kann mit verschiedenen Gruppen von Medikamenten behandelt werden: Mit "Kortison"-freien Entzündungshemmern, "Kortison" und Hemmern der Immunabwehr

Was sind Hemmer der Immunabwehr ?
Diese Art von Medikament soll bei besonders schweren Krankheitsverläufen eingesetzt werden, um die Darmentzündung zu bekämpfen. Es wurde Ihnen eine Behandlung mit Ciclosporin A oder Tacrolimus empfohlen. Dieses Medikament heißt im Handel SANDIMMUN®, SANDIMMUN OPTORAL® oder PROGRAF®.

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Welcher langwirksamer Hemmer der Immunabwehr soll verwendet werden?

Die Wirksamkeit von intravenös gegebenem Ciclosporin A ist für die Behandlung der akuten, schwer verlaufenden der Colitis ulcerosa, die auf die herkömmliche Therapie nicht anspricht, eindeutig nachgewiesen. Bei der schweren Colitis ulcerosa konnte auch eine Wirksamkeit von oral (als Tablette) verabreichtem Tacrolimus nachgewiesen werden. Offiziell zugelassen sind beide Medikament für sonstige chronische Entzündungen, wie schwer verlaufende Schuppenflechte oder chronisches Gelenkrheuma sowie in der Transplantationsmedizin. Eine Zulassung für die Colitis ulcerosa besteht bei beiden bisher nicht. Daher müssen Sie ausdrücklich mit dieser Behandlung einverstanden sein.

Wie wird die Behandlung mit Ciclosporin A durchgeführt?
Diese Therapie wird immer im Krankenhaus begonnen und dann über begrenzte Zeit in Form von Kapseln oder einer Lösung fortgeführt. Ciclosporin A soll täglich eingenommen werden. Die eine Hälfte der Dosis wird morgens, die andere Hälfte der Dosis abends verabreicht.

Ihre Therapie beginnt bzw. wird fortgesetzt wie folgt: Gesamtdosis ________ mg / Tag.

Später wird Ihr Arzt die Menge der Kapseln je nach Wirksamkeit und Verträglichkeit ändern. Dieses wird er ja nach den vorhandenen Blutspiegeln von Cyclosporin tun, die am Anfang wöchentlich gemessen werden sollten. Bitte achten Sie darauf, dass Sie das Medikament regelmäßig einnehmen, nur so kann sich eine gute Wirkung einstellen.


Wie wird die Behandlung mit Tacrolimus durchgeführt?
Diese Therapie kann ambulant begonnen werden. Sie nehmen dann eine von Ihrem Arzt ermittelt Zahl an Tabletten ein. Tacrolimus soll täglich eingenommen werden. Die eine Hälfte der Dosis wird morgens, die andere Hälfte der Dosis abends verabreicht.

Ihre Therapie beginnt bzw. wird fortgesetzt wie folgt: Gesamtdosis ________ mg / Tag.

Später wird Ihr Arzt die Menge der Tabletten je nach Wirksamkeit und Verträglichkeit ändern. Dieses wird er ja nach den vorhandenen Blutspiegeln vonTacrolimus tun, die am Anfang wöchentlich gemessen werden sollten. Bitte achten Sie darauf, dass Sie das Medikament regelmäßig einnehmen, nur so kann sich eine gute Wirkung einstellen.

Können Nebenwirkungen auftreten ?
Leider gibt es bis heute keine Behandlung ohne Nebenwirkungen. Dies gilt auch für die Ciclosporin A oder Tacrolimus-Behandlung. Daher ist eine engmaschige Kontrolle der Therapie durch Ihren behandelnden Facharzt notwendig. Nur so kann er auftretende Nebenwirkungen früh erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Die Nebenwirkungen bilden sich in aller Regel vollständig zurück. Nicht jede Nebenwirkung zwingt zum Abbruch der Therapie.

Welche Untersuchungen sind v o r Beginn der Ciclosporin A/Tacrolimus -Therapie notwendig ?
Verschiedene Blut-und Urinuntersuchungen sollen vor allem Störungen von Blutbildung, Leber und Nieren ausschließen. Eine Urinsammlung über 24 Stunden wird zur Überprüfung Ihrer Nierenfunktion durchgeführt. Ebenfalls werden Sie vor Therapiebeginn körperlich untersucht und Ihr Blutdruck wird mehrfach kontrolliert.

Welche Nebenwirkungen können Sie selbst bemerken ?
Gerade zu Anfang der Behandlung kann es zu einem Zittern von Händen oder Füßen kommen, oder ein bestehendes Zittern kann verstärkt werden. Ein vermehrtes Haarwachstum am ganzen Körper kann man durch Entfernen der Haare durch Rasieren oder durch Wachsbehandlungen in Grenzen halten. Durch regelmäßiges Zähneputzen können Sie einem vermehrten Wachstum des Zahnfleisches entgegenwirken. Ebenfalls kann es zu häufigeren Muskelkrämpfen in den verschiedensten Muskelgruppen kommen. Müdigkeit, Kopfschmerzen, Magen -Darm Beschwerden, Brennen in Händen und Füßen können ebenso, wie eine Gewichtszunahme auftreten.

Sofort müssen Sie in ärztliche Behandlung, wenn eines der folgenden Warnzeichen auftreten sollte:

  •     Fieber
  •     Wassereinlagerungen
  •     Husten
  •     wiederholt sehr hoher Blutdruck (>180/100)
  •     Wahnvorstellungen
  •     Krampfanfälle


Welche Nebenwirkungen kann der Arzt feststellen ?
Der Arzt achtet auch auf Zahnfleischwucherungen und vermehrtes Haarwachstum. Die Blut-und Urinuntersuchungen geben vor allem Aufschluß über Ihre Nierenfunktion. Es kann auch zu einem Bluthochdruck kommen. Bei Auftreten anderer Nebenwirkungen, wie z.B. Lymphknotenschwellungen, können auch weitere Untersuchungen notwendig sein. Einige dieser genannten Nebenwirkungen können vorübergehend sein, andere müssen ggf. behandelt werden.

Wie oft müssen Sie Ihren Haus-oder Facharzt aufsuchen ?
In der Regel 14-tägig.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt, wenn Sie oben genannte Symptome oder andere Veränderungen während der Therapie bemerken.

Was sollten Sie während dieser Behandlung noch beachten?
Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen oder von anderen Ärzten verordnet bekommen. Vor allem eine Antibiotika-Einnahme sollten Sie mitteilen, da diese Medikamente zusammen mit Ciclosporin A/Tacrolimus Ihre Nierenfunktion verschlechtern können. Ein Kinderwunsch, bzw. eine Schwangerschaft muß dem Arzt sofort mitgeteilt werden, er wird dann über die Weiterbehandlung entscheiden. Geplante Impfungen sollten Sie ebenfalls mit Ihrem Arzt besprechen.

Weitere IBD-Therapieansätze von Cannabis, Weihrauch und Wurmeiern

Während für milde Verlaufsformen der IBD heute sehr gute Medikationen zur Verfügung stehen, ist das therapeutische Arsenal bei komplizierten Erkrankungsmustern eher noch begrenzt.

In wissenschaftlichen Studien - unter anderem auch im Rahmen der SIBDC - wird aktuell nach neuen Behandlungsmöglichkeiten gesucht und viele innovative Ansätze geprüft – auch wenn sie zunächst etwas skurril anmuten.

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Ein solcher Ansatz ist die Therapie von IBD mit Eiern des Schweine-Peitschenwurmes " Trichuris suis". Als Arznei könnten diese Parasiten möglicherweise das Leid von Menschen mit IBD-Erkrankung lindern. Im Schwein kann der Wurm Krankheitssymptome verursachen, der Mensch aber ist kein eigentlicher Wirt. Hier hält er sich nur zehn bis 14 Tage, vermehrt sich nicht und wird wieder komplett ausgeschieden. Drei von vier Crohn- und Colitis-Betroffene, die in den USA erstmals in relativ kleinen Studien die Schweinewürmer geschluckt haben, berichten von einer Symptombesserung. Möglicher Grund für den Rückgang der Beschwerden: die Parasiten sind für die Vermehrung wichtiger Wächterzellen des Immunsystems bedeutsam. In früheren, weniger hygienischen, Zeiten kamen die Würmer im intestinalen Biotop des Menschen noch vor - und forderten das Abwehrsystem. Eine klinische Studie mit aufgereinigten Wurmeiern ist in Planung.


Bei der Suche nach Möglichkeiten, die Entzündungen des Darms zu lindern, wurde auch Weihrauch getestet, ebenfalls mit leicht zur Hoffnung Anlass gebenden Resultaten. So haben unter anderem Forscher der Universitätsklinik Mannheim nachweisen können, dass Patienten mit aktiver Crohn-Erkrankung eine Verbesserung ihrer Lebensqualität empfunden haben, wenn sie mit einem Extrakt aus dem Harz des indischen Weihrauchs, sogenanntem Boswelia Serrata Extrakt, behandelt wurden.

Und noch ein anderes Ergebnis der wissenschaftlichen Untersuchung von IBD-Patienten eröffnet möglicherweise neue Optionen der ergänzenden Behandlung: vor einigen Jahren konnte gezeigt werden, dass Colitis-Patienten eine auffallend verringerte Anzahl von Lactobazillen im Dickdarm haben. Bei Crohn-Betroffenen wurde gleichsam eine signifikant verminderte Menge an Bifidobakterien im Stuhl diagnostiziert. Diese Bakterien gelten aber durchaus als den Darm schützend. Da sie im IBD-Patienten auffallend wenig vorhanden sind, wurden diese nicht krankheitserregenden Bakterien verdächtigt, eine Ursache für die Entstehung einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung darzustellen. Das versprach einen attraktiven therapeutischen Ansatz: die Darmflora über Probiotika positiv beeinflussen. Probiotische Arzneimittel sind als vorbeugend oder therapeutisch angewandte, lebende physiologische Mikroorganismen beschrieben, die Erkrankungen zu lindern vermögen, die mit Störungen der körpereigenen Mikroflora in Verbindung gebracht werden. Und das ist bei IBD nachweislich der Fall. Mittlerweile ist zumindest für die Colitis-Erkrankung die "Escherichia coli Nissle 1917"-Therapie anerkannt, wenn es darum geht, einen Patient nach einem akuten, aber bereits unter medikamentöser Therapie abgeklungenen Schub weiter zu behandeln.

Bei diesen vorgenannten Therapieansätzen ist allerdings unbedingt zu berücksichtigen: Bis auf die Therapie mit E. coli Nissle 1917 liegen heute noch nicht in ausreichender Menge Studien vor, die die Wirksamkeit einer solchen Behandlung belegen würden.